150519 Gruppenbild Warnzug
Fotos: Pressestelle Kreis Paderborn

Achtung, Achtung, hier spricht die Feuerwehr

Bei schweren Unglücken oder Katastrophen muss schnell und rechtzeitig informiert werden. Der Kreis Paderborn setzt nun neben den vorhandenen Sirenen auf mobile Lautsprecherfahrzeuge der Feuerwehren.

Bei einem Großbrand mit giftigen Rauchwolken, Chemieunfällen mit Gefahrstoffaustritten oder bei einem Bombenfund – in einer Krisensituation muss die Bevölkerung mit wichtigen Informationen und Verhaltensanweisungen versorgt werden. Durch die Einführung eines kreisweiten „Warnzuges“ ist dies noch besser möglich.

Grundlage der Einheit bilden 31 Fahrzeuge aus den Wehren im Kreis Paderborn. An Bord befinden sich leistungsstarke Durchsagegeräte sowie speziell ausgebildetes Personal. Der sogenannte „Warnzug“ kann unmittelbar in dem betroffenen Schadensgebiet aktiv werden.

Kommt es beispielsweise zu einem Großbrand mit erheblicher Rauchbelästigung wird die Bevölkerung durch Sirenen gewarnt und zum Einschalten elektronischer Medien aufgefordert. Zeitgleich stellen Experten das Gefahrenpotenzial mit Mess- und Spürfahrzeugen fest. Als weitere Komponente informiert zusätzlich der „Warnzug“ mit Ansagen im Klartext. Vorteil des Systems: „Es können gezielt Straßenzüge oder verstreute Wohngebiete erreicht werden“, erklärt Christian Fehling vom Kreis Paderborn.

Neben der Warnmöglichkeit im Katastrophenfall können die Fahrzeuge auch bei Störfällen, die die Energie- und Trinkwasserversorgung oder das Telefonnetz betreffen eingesetzt werden. Ebenso entlastet das System die durch das Unglück betroffene Feuerwehr vor Ort.

„Der Kreis Paderborn bildet mit Lautsprecherwagen und mobilen Sirenen eine zusätzliche Komponente im Bereich der Bevölkerungswarnung“, freut sich Kreisbrandmeister Elmar Keuter.

Bereits vorgefertigte Durchsagetexte sowie einheitliche Koffer mit Kartenmaterial und Einsatzplänen aller Gemeinden und Städte des Kreises gehören zur Grundausstattung der neuen Einheit: In Zusammenarbeit mit dem Lokalsender „Radio Hochstift“ entstanden Sprachdurchsagen , die im Einsatzfall von einem handelsüblichen MP3-Player abgespielt werden können. „Dies gewährleistet immer eine kontinuierliche Warndurchsage, die klar und verständlich die Bürger informiert“, erklärt Michael Heck, Leiter der Feuerwehr Bad Lippspringe. Zudem könne man alle Durchsagen auch manuell durchführen.

Die Leitung und Führung des Warnzuges erfolgt durch die Feuerwehr Bad Lippspringe oder die Feuerwehr Büren. Somit kann rund um die Uhr eine ständige Einsatzbereitschaft sichergestellt werden. Durchgeführt hat das Projekt der Arbeitskreis „Warnung der Bevölkerung“, der sich aus Mitgliedern der Feuerwehr und Verwaltung zusammensetzt.

Der neu aufgestellte Warnzug ist gelebte Zusammenarbeit der Feuerwehren im Kreis Paderborn“, erklärt Kreisordnungsamtleiter Herbert Temborius abschließend.

Niklas Schäfers

Niklas Schäfers

Niklas Schäfers ist ausgebildeter Brandmeister und übt für die Feuerwehr Altenbeken das Amt des Pressesprechers aus. Darüber hinaus ist er gleichzeitig Pressesprecher des Verbands der Feuerwehren im Kreis Paderborn.