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Altenbekener Höhenrettungsgruppe sorgt für Sicherheit auf Windkraftanlagen

Bericht: Neue Westfälische
Autofahrer auf der nahen Bundesstraße riskieren schon mal einen schnellen Blick: In 45 Metern Höhe klettern mehrere Figuren den Gittermast einer Windkraft-Anlage empor. Vom Boden aus erkennt man nur noch rote und gelbe Flecken. Der Eingeweihte weiß: Hier übt die Höhenrettungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Altenbeken.
Die Angehörigen der Gruppe, für die Höhenangst ein Fremdwort ist, sind seit September 2000 im Einsatzdienst. “Gegründet wurde die Gruppe, weil Personenrettungen in einer Höhe von 80 Metern an Windkraftanlagen mit normaler Feuerwehrtechnik nicht mehr zu meistern waren”, erinnert sich Elmar Keuter, Leiter der Altenbekener Feuerwehr. 15 Personen umfasst die Gruppe, die aus Mitgliedern der drei Löschzüge Altenbeken, Buke und Schwaney besteht.
Das umfangreiche Material – von der Abseilacht über eine Vielzahl von Karabinerhaken, Reepschnüren, Falldämpfern und Bandschlingen bis zu 100 Meter langen Kunststoffseilen – ist im Buker Gerätehaus gelagert. Jeder Rettungskletterer schleppt acht bis zehn Kilo Ausrüstung an seinem Gurtzeug mit. Für den Laien, gerade wenn der selbst nicht frei von Höhenangst ist, wirkt es unheimlich, wie die Truppe leichtfüßig in schwindelnder Höhe agiert. Leichtsinn indes hat bei den Höhenrettern keinen Platz.
“Sicherheit hat Vorrang vor allem”, weiß Leiter Andreas Tegethoff. Immer wieder wird geübt, das Material überprüft, jeder achtet auf seinen Nachbarn. “Wenn man auf alles achtet, stellt die Höhenrettung kein besonderes Risiko dar.” Sechs Monate laufen absolut schwindelfreie Interessenten aus der Wehr zur Probe bei den Einsatzkletterern mit. Dann beginnt die Ausbildung, die 80 Stunden umfasst. Um den Status des Höhenretters zu behalten, müssen sie Jahr für Jahr mindestens 72 Stunden Dienstzeit nachweisen.
Fragt man die Kletterern nach dem besonderen Reiz der Herausforderung, so sind die Antworten vielfältig: “Das ist mehr Teamarbeit als der normale Feuerwehrdienst, das schweißt noch mehr zusammen”, sagt Christian Göke. Nina Janßen ergänzt: “Allein die Aussicht ist schon toll.” Und Andreas Tegethoff weiß, dass Höhenretter dorthin kommen, wo andere längst passen müssen.; Die Altenbekener Höhenretter stehen in ständigem Informationsaustausch mit anderen Höhenrettungsteams. Im Jahr 2008 hat das Team aus Altenbeken produktiv an einem System zur Tragenrettung von verletzten Personen in Windkraftanlagen mitgearbeitet, das dann auf dem Süddeutschen Höhenrettungsforum in Stuttgart vorgestellt wurde.
Bei der Übung in Buke läuft alles planmäßig. Dem “Verletzten” wird eine “Rettungswindel” angelegt. Begleitet von einem Feuerwehrmann schwebt er am Seil in Richtung Erdboden. Fast alle Höhenretter sind auch Rettungsassistenten und können Verletzte in jeder Phase der Rettung auch in luftiger Höhe medizinisch betreuen. Zwei Mal waren die Höhenretter jüngst im Einsatz – jeweils auf Windkraftanlagen auf dem Bauerkamp und in Lichtenau.
Die Altenbekener Spezialisten sind zuständig für den Kreis Höxter, den südlichen Kreis Lippe und und den östlichen Kreis Paderborn. Den Restkreis decken die Höhenretter der Feuerwehr Paderborn ab, die nach zwei Einsätzen der Egge-Kletterer im Stadtgebiet gründet wurden. Tegethoff bedauert, dass es zwischen den beiden Gruppen kaum Kontakte gibt. “Wir könnten beide von einem gegenseitigen Austausch nur lernen”, kommentiert er die zurückhaltende Art der Paderborner. Der interne Zusammenhalt der Altenbekener ist wegen des gegenseitigen Vertrauens sehr hoch. Und so vergeht kein Übungsdienst ohne anschließendes Pizzaessen oder gegrillten Würstchen.

Presse

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